Wie klingt er denn nun, dieser Karl Schmidt-Rottluff?

Genau das ließ sich am Nachmittag des 01.11.2026 in unserer Aula erleben: Die Karl-Schmidt-Rottluff-Stiftung hatte geladen und drei hochkarätige Musiker der Robert-Schumann-Philharmonie wagten das Experiment: Dr. Jeffrey Goldberg (Klavier), Ovidiu Simbotin (Violine) und Jakub Tylman (Cello).

In der bis fast auf den letzten Platz besuchten Aula entstand von Beginn an eine dichte, hochkonzentrierte und zugleich unverkrampfte Atmosphäre. Das Trio überzeugte durch ein faszinierend feinfühliges Zusammenspiel, bei dem Phrasen voneinander aufgegriffen wurden sowie spürbar gemeinsam geatmet und gefühlt wurde.

Die facettenreichen Improvisationen zu neun Werken Karl Schmidt-Rottluffs webten mal einen impressionistisch anmutenden Klangschleier, mal mischten sich Jazz-Anklänge ein und mal wurden die Klänge der Instrumente ausgereizt. Bewusst solistisch gestaltete Episoden boten immer wieder intime Dialoge mit den projizierten Bildern des Künstlers. Das in der chronologischen Werkschau fast am Ende stehende Selbstporträt aus dem Jahr 1944 und dessen Vertonung avancierten zum Höhepunkt des Konzertes.

Das Fazit nach diesem Sonntagnachmittag? Karl Schmidt-Rottluff klingt mutig, vielschichtig, echt und lebendig. Ein riesiges Dankeschön an die Stiftung und das Trio für dieses Erlebnis!