Worte und Gedanken vermögen die Welt zu verändern; Poesie berührt und begeistert. Schülerinnen und Schüler der Klasse 8c haben sich mit Mut und Herz auf den Weg gemacht, Gedichte zu verfassen, die uns bewegen und deren Klang wir genüsslich und nachdenklich auf der Zunge tragen. Seien Sie eingeladen, den Worten nachzulauschen.
Johanna Demnitz
Fliegen – Fallen – Schweben
Am Anfang alles leicht:
Fliegen ohne Gewichtder Himmel trägt mich,ich zweifle nicht.
Die Welt ist offen und weit
Kein fallen kein zurück,
nur dein Lächeln –
nur naives Glück.
Jetzt hänge ich zwischen Fliegen und Fallen
Kein oben und kein unten.
Fehlt hier nicht eine Strophe?
Wie bin ich so gesunken?
Ich erinnre mich,
Ich fiel.
Zu langsam, um es zu bemerken,
Doch das war von Anfang an dein Ziel.
Doch was noch bleibt, ist nun die Frage:
Bin ich je geflogen,
Oder fiel ich die ganze Zeit
Und wollte es nur nie bemerken?
Angus Koriath
Oh‘ Krieg
Krieg oh Krieg, wer bist du?
Ziehst durch Ländereien,
Reißt Völker und Familien entzwei
Krieg, oh Krieg wer, bist du?
Deine Wut lässt auf Unschuldigen aus
Sie wollten dich nie willkommen in ihrem Haus.
Lässt Denkmale, Häuser alles im Ruin
Krieg oh Krieg, wer bist du?
Ein kraftvoller Name, doch so primitiv
Die Treiber deiner wollen von dir doch nichts wissen
Drum stellt sich stehts die Frage
Krieg oh Krieg, wer bist du?
Und sie reden „lasst Frieden sein“
Doch was ist dieser Frieden?
Das Zusammenleben oder Beistehen aller?
Sollte das nicht immer so sein?
Nein, die Gier, der Hass auf das, was war
Treibt sie in den Wahnsinn, ohne Weitblick oder Sinn
Treiben sie deine Flamme weiter hin
Drum mach ich mir langsam ein Bild von dir
Krieg, ich weiß nun, wer du bist,
Die Unfähigkeit der Machtgierigen zu sehen
Der Unwille zu lieben, zu teilen
Sie hassen, morden, brandscherzen Deine Macht ist imaginär,
Du bist ein Mittel ohne Gewähr
Ihr könnt hoffen, beten, tagelang
„lasst Frieden sein“
Doch der Krieg ist nie vorbei
Ella Nordmann und Emilia Kühn
Das Versagen
Meine Meinung nichts wert
Immer folgen, immer leise sein
Ich möchte schreien!
Du hörst mich nicht
Und wenn ich was sage
So leise und still
Ganz ohne Rebellion, ganz ohne deinen still
Du schaust mich an, verärgert was ich sage
Ich nehm‘s zurück
natürlich aus Angst
Du grinst zufrieden
Mal wieder hast du es geschafft
Ich bin am Boden
Mal wieder nichts geglückt
Die Verzweiflung malt mein Gesicht
So blass, es schreit nach versagen
Lilli Schmidt und Stella Weißmann
Krieg…
Die Schreie hallen in mir nach,
Die Schüsse sind noch nicht verklungen.
Ich vermag nicht mehr,
Freund von Feind zu unterscheiden.
Blut durchdrängt meine Träume
Und ich seh‘ sie noch weinen,
Jene, die verloren sind.
Und ich seh‘ den Tod so nah,
Selbst wenn es längst vorbei ist.
Wir brachten dem Land Frieden,
Doch selbst konnten wir ihn nicht finden.
Frieden, ein nicht greifbarer Traum.
Ein Traum von Liebe, Freiheit und Geborgenheit.
Doch wie kann ich frei sein,
Wenn ich weiß, was verloren ist,
Wenn ich weiß, was getan wurde.
Krieg und Frieden,
So unterschiedlich
Und doch so gleich.
Denn ohne Krieg gibt es keinen Frieden,
Und ohne Frieden keinen Krieg.
… und Frieden
Frieden. Was kann schöner sein als Frieden?
Die letzten Spuren des Kampfes sind beseitigt.
Nun kann man wieder fröhlich sein
Und vergessen.
Das Leben geht weiter, blicke nach vorn!
Liebe, Freiheit, überall lachende Gesichter.
Die Sonne scheint mir ins Gesicht,
Ich fühlte mich nie besser.
Denn was könnte schöner sein
Als Frieden!
